Warum ich manchmal doch noch Fernsehen gucke

In dem Essay „Die ausbleibende Revolution – Eine Analyse, was die Qualität der neuen US-Serien eigentlich ausmacht und warum genau diese Qualität im deutschen Fernsehen auf unbestimmte Zeit nicht zu sehen sein wird“, beschreibt der Autor unter Pseudonym auf 32 Seiten auf einleuchtende Weise, warum so etwas wie Der Tatortreiniger eine Ausnahmeerscheinung bleiben könnte. US-amerikanische Serien und auch europäische würden nach und nach  immer besser und erfolgreicher. Nur das deutsche Fernsehen stehe sich in vielerlei Hinsicht selbst im Weg und verhindere so, dass qualitativ hochwertige Serien, die auch international anerkannt würden, produziert werden. Das gleiche kann man wohl fast auch über deutsche Show-Formate sagen.

Es bleiben nach Abzug aller TrashTV-Shows, Ü60-Shows und Drittprogramm-Talkshows noch eine handvoll übrig, bei denen es sich für mich lohnt, regelmäßig einzuschalten. Jan Böhmermanns von der Bildundtonfabrik produziertes Neo Magazin Royale gehört dazu.

Die erste Folge aus dem neuem Studio, für den neuen Sender war schlicht und einfach gutes Fernsehen. Und wenn ich jetzt sage, dass es „undeutsch“ war, kann ich dummerweise fast kein besseres Kompliment finden. Der Tatortreiniger ist eben auch so eine „undeutsche“ Serie, bei der ich nicht das Gefühl habe, dass die Schauspieler direkt aus der Theater-AG der Klasse 7b kommen. Die schlechten Dialoge der deutschen Fiction sind der deutschen Comedy-Show peinliche Witze. Dem Tatortreiniger gelingt das Kunststück „undeutsch“ zu sein mit fantastischen Drehbüchern, dem Neo Magazin mit viel Idealismus. Beim „NMR“ klappen zwar auch nicht alle Witze, aber sie werden wenigstens mit einer „at least we tried  ¯\_(ツ)_/¯“-Haltung vorgetragen, dass sich in mir nicht alles zusammenziehen muss. Das ist natürlich ein kalkuliertes Auffangnetz, aber wen kümmert’s schon. Die Monologe von Fallon, Kimmel und Co. gehören auch nicht zu dem Besten, was die Comedyszene je gesehen hat. Dafür landen die Einspieler. Und die kommen beim „NMR“ ganz ohne semi-geskriptete Mutproben aus (looking at you, Circus Halli Galli). Nennt mir eine Comedy/Late Night Show in Deutschland, die so viel Liebe in Produktion und Drehbuch steckt. Kimmel, Fallon…Böhmermann? Sorry, aber is so!

Aber eigentlich hatte ich gar keine Lust das Neo Magazin über den grünen Klee zu loben. Das wird das Feuilleton morgen wahrscheinlich schon zur Genüge tun: „[…] Wie Böhmermann gleich schon zu Beginn allen etablierten und gefeierten Shows ans Bein pinkelt […]“, „Der blasse Junge hat seinen Traum von der Late Night verwirklicht“, „Große Schuhe, Große Füße? – wird das Neo Magazin Royale auch im großen  ZDF bestehen können?“, „Das Studio ist zu groß und zu leer, aber wenigstens hat der Boden schön geglänzt“ – so stell ich mir den Tenor am Freitag vor. Und wenn ich falsch liegen sollte und alle super-seriös-kritisch sind,
¯\_(ツ)_/¯, ist ja sowieso alles nicht ernst gemeint *zwinker*. #ungefickt #ZDFiscool

P.S. Mein erster Blogbeitrag ist vom 8. Oktober 2013, die erste Neo Magazin Ausgabe vom 31. Oktober 2013. Mein Dino war eher da. Meine Abmahnanwälte werden von sich hören lassen 😉


uach, Blogging-Hiatus vorerst beendet. Muss noch ein bisschen meine knackenden Knochen strecken. Fühlt sich noch komisch an. Brauche neues Design? Und was ist mit den 10000 Entwürfen? Uach…
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One response to “Warum ich manchmal doch noch Fernsehen gucke”

  1. friedlvongrimm says :

    Amen! Ohne Böhmermann als Ersatz hätte ich den Abschied von Craig Ferguson nicht ganz so gut verkraftet.

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