Archive | Juli 2014

Zwei Jahre Filmtagebuch – Eine Infografik

Immer wieder frage ich mich, warum nicht mehr Leute bei Letterboxd sind. Neben IMDB und moviepilot muss doch noch Platz für eine dritte Filmdatenbank und Community sein!

Wie dem auch sei, am 17. Juli 2012, also ziemlich genau vor zwei Jahren, habe ich begonnen jeden Film, den ich gesehen habe in das Diary-Feature von Letterboxd einzutragen. Ob Kino, Fernsehen oder Internet – jeder Film tauch mit Datum und Wertung in meiner Liste auf. Die komplette Liste gibt es hier.

Aus Interesse habe ich mir die ganze Sache mal genauer angeschaut. Was sind meine Lieblingsgenre, -dekaden? Welcher Monat war der Filmgucklastigste? Und wie sieht die Sterne-Bilanz aus?

Da Letterboxd erlaubt, alle Listen in eine Excel-Datei zu exportieren, und auch sonst viele Filtermöglichkeiten hat, habe ich mal die letzten zwei Jahre Filme gucken in einer Infografik* dargestellt. Nehmt davon mit, was ihr wollt. Im besten Fall ist es eine Werbung für Letterboxd. Letterboxd! Hab ich schon den Name erwähnt? Letterboxd.

Infografik

Kaum überraschend sind die Wintermonate die Filmreichsten und meine drei Monate in London die Filmärmsten. Was ich natürlich schon gefühlt habe, ist, dass ich kaum ältere Filme gucke. So vor Augen geführt, sollte ich mir aber mal überlegen, etwas dagegen zu tun. Außerdem war ich erschrocken, wie gut/schlecht ich manche Filme bewertet habe. Mit ein bisschen Abstand relativiert sich vieles.

*Alle Filme, die ich mehr als ein Mal in der Zeit geguckt habe, habe ich ausgeschlossen. Übrig bleiben alle 312 Filme (ob zum ersten Mal oder zum wiederholten Mal), die ich vom 17. Juli 2012 bis 17. Juli 2014 gesehen habe. Die Genres habe ich in vereinfachter Form bestimmt. Somit finden sich unter den Komödien auch Tragikkomödien und einige wurde nicht mitgezählt, da ich sie bspw. als Animation klassifiziert habe. Die Tendenz ist aber korrekt.

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Larry Gopnik & Llewyn Davis – Die Mathematik des Geschmacks

„The math tells how it really works. That’s the real thing; the stories I give you in class are just illustrative; they’re like, fables, say, to help give you a picture. An imperfect model. I mean – even I don’t understand the dead cat. The math is how it really works. „ – Larry Gopnik

Larry Gopnik und Llewyn Davis sind zwei komplett verschiedenen Charaktere, deren Geschichten allerdings viele Parallelen aufweisen. Beide Charaktere sind Opfer ihrer Zeit, ihres Umfelds und vor allem ihrer Persönlichkeit. Beide sind auf die eine oder andere Weise heimatlos. Und beide durchleben eine Odyssee aus Ablehnung, Missverständnissen und laufen regelmäßig gegen Backsteinwände, nur um am Ende wieder dort anzukommen, von wo sie gestartet sind. Llewyn aus dem harten Boden der Realität nach einem Auftritt im Gaslight Café, und Larry korrumpiert und konfrontiert mit einer ärztlichen Diagnose. Doch während Inside Llewyn Davis eine  bestimmt Saite in mir anschlägt und noch lange nachhallt, werde ich bei A Serious Man nur wütend. Ich habe mich gefragt, warum das so ist. Warum eine so ähnliche Geschichte des Scheiterns zwei so komplett gegensätzliche Gefühle in mir auslösen kann. Die Antwort ist gar nicht so kompliziert und beruht im Endeffekt auf einfachster Mathematik. Aber ganz von vorn.

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