Lost in Translation & Sinnlichkeit

„Was ist dein Lieblingsfilm?“ Diese Frage wurde mir schon öfter gestellt. Und an dieser Stelle könnte ich so tun als wäre ich vollkommen überrumpelt, ob der schieren  Frechheit der Frage. Ich könnte anworten „Oh, soooo viele. Es wechselt auch immer, da kann ich mich gar nicht auf nur einen festlegen!“ Oder ich nenne die Antwort, die mir eigentlich auf der Zunge liegt. Die Antwort, die ich irgendwie fühle. Und weil das ein Blog über Filme ist, nehme ich mir auch die Freiheit das Filmegucken zu romantisieren, so viel und so sehr ich will. Der Film, den ich an der Stelle eigentlich wie aus der Pistole geschossen nennen müsste, ist Lost In Translation.

An diese Antwort sollte sich dann die Frage nach dem Warum? anschließen. Und das Fühlen spielt dabei eine sehr große Rolle (Ich empfehle während des Lesens More Than This von Roxy Music laufen zu lassen).

Sofia Coppola spannt in ihrem Film eine unglaublich dichte Atmosphäre um Charlotte und Bobs Abstecher in die japanische Hauptstadt. Bilder der Stadt sind entweder laut, bunt und ein bisschen befremdlich. Oder erschreckend ruhig, weit und anonym, sodass die Protagonisten genauso gut schwerelos im Weltall sein könnten. Um zu beschreiben, was ich an Lost in Translation am faszinierendsten finde, brauche ich kaum auf die Handlung eingehen, denn die spielt sich sowieso viel in den Gefühlswelten von Charlotte und Bob ab. Ich kann die Verlorenheit und Enttäuschung Charlottes regelrecht fühlen. Und dazu bedarf es nur eines Bildes von ihr, wie sie am riesigen Panoramafenster in ihrem Hotelzimmer sitzt und auf die graue Stadt hinausblickt. Gleichzeitig zieht mich der Film nie runter, hat sogar etwas von einer Wolldecke die ich mir umlegen kann. Nur dass die Wolldecke eine DVD ist ist und umlegen für in-den-Player-schieben steht.

© Highlight/Constantin

© Highlight/Constantin

Lost In Translation ist ein Ausschnitt aus dem Leben völlig unterschiedlicher Menschen, die durch die äußeren Umstände auf eine Art zueinander finden, wie es im normalen Leben nie passiert wäre. Und jede Szene entspricht durch und durch dieser Haltung und macht aus dem Alltäglichen etwas Besonderes. Charlottes Tokio ist das Tokio der Ikebana Kurse und ruhigen Tempel. Bob dagegen bekommt das grelle und bunte Tokio serviert: Fernsehshows, Werbespots, „lip my stocking“. Wenn beide dagegen zusammen unterwegs sind verliert das Grelle, Bunte (Spielhalle) und das Ruhige (Krankenhaus) plötzlich seine Schwere und verwandelt sich in etwas Leichtes.
Es sind eben die Adjektive, die für mich den Film zu etwas Besonderem machen. Kurz danach kommen erst die Verben.

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