Archive | Oktober 2013

What goes around…comes around im Blogbumerang

Der Anteil an Blogstöckchentexten an meinem gesamten Blog beträgt im Moment etwa 50%. Den ersten schrieb ich vor einer Woche und gab ihn unter anderen an Der Tiede weiter. Daraus wurde eine kreisrunde Kettenreaktion, wegen der ich nun wieder an der Reihe bin. Ein Blogbumerang sozusagen, what goes around, comes around. Wenn das so weitergeht, sollte ich mein Blog in RandomShitAboutMyself.wordpress.com umbenennen (aber die Funktion erfüllt ja eigentlich schon Twitter).  Die Fragen von Markus sind eigentlich ganz cool. Wann hat man schon die Chance sich Gedanken über schlechte Witze und wahre Facebookfreunde zu machen? Eben. Deswegen geht’s jetzt los.

1. Hast du Rechtschreibfehler in meinem Text gefunden?

Nein. (Das war einfach. Nächste Frage, bitte!)

2. Erzähle die langweiligste Geschichte der letzten Wochen möglichst detailliert! Scheue dich nicht, belanglose Einzelheiten einfließen zu lassen. (Inspiriert* von Christopher Gaube, *geklaut)

Gestern ist mir was passiert. Ich wollte wieder von Berlin zurück nach Mittweida fahren. Berlin ist die deutsche Hauptstadt. Mittweida…nun ja…nicht. Um der Stadt, in der ich drei Monate lebte, nun den Rücken zu kehren, musste ich zuallererst den Koffer packen. Der stand fest auf dem Fußboden, umringt von allerlei Klamotten, Hygieneartikel und Müll. Den Müll würde ich allerdings nicht einpacken, dachte ich mir. Als ich den braunen Koffer, der jede Gepäckwaage eines Flughafens gesprengt hätte, schloss (Der friedlichste Satz, in dem die Wörter Gepäck, Flughafen und gesprengt in einem Satz vorkommen. Eat this, NSA!), fiel mir auf, dass mein Auto zu weit von meiner Wohnung entfernt parkte. Zu Fuß hätte ich es niemals geschafft, die zwei Taschen und den Tonnen schweren Koffer dorthin zu schleppen. Also zog ich zunächst ohne Gepäck los, um das Auto umzuparken. Ich lief vorbei an der U-Bahn Station Neu-Westend und dem Dönerladen mit dem freundlichen Verkäufer, der für einen Dürüm mit Soße gerne mal 20 Ct. mehr verlangt als es seine Kunde erwartet hätten. Ich lief die herbstliche Straße immer weiter hinab und warf noch einen letzten Blick auf Apotheken, Optiker und Friseure, die es in jener Straße zu Hauf gibt. An meinem Auto angekommen, musste ich mit Erschrecken feststellen, dass der Becher mit Multivitaminmolke, den ich mir drei Tage zuvor in einem REWE Supermarkt gekauft hatte, noch immer im Getränkehalter steckte! Aber kein Problem, ich nahm ihn, warf einen letzten Blick auf die orangene Flüssigkeit und warf ihn in den nächstgelegenen Mülleimer. Dann konnte es losgehen. Ich setzte mich auf den Sitz, der laut meinem Bruder viel zu nah am Lenkrad eingestellt war. ich würde beim Fahren wie Mister Bean aussehen, sagte er. Darüber schmnunzelnd rückte ich den Sitz etwas weiter weg, startete den Wagen und legte den Rückwärtsgang ein. Doch was war das!? Ein großer dunkler Wagen, der neben mir parkte, versperrte mit die Sicht auf die Straße! Ich musste also warten bis die Ampel irgendwann rot wurde und keine Autos mehr an mir vorbeirauschten. Da die Parkplatzsituation nicht die beste ist, hatte ich auch etwas Angst, keinen Parkplatz in der Nähe der Wohnung zu finden. Doch zu meinem Glück war direkt vor der Haustür ein Platz frei, der so groß war, dass auch ich mit meinen Frauenklischee erfüllenden Parkkünsten ohne Probleme einparken konnte. Ich holte meinen Koffer mit Hilfe meiner Cousine aus der Wohnung. Als alles verstaut war, stellte ich fest, dass ich meine Schuhe in der Wohnung vergessen hatte. Meine Cousine bot mir an, sie für mich zu holen. Ich akzeptierte dankend. Als sie mit den dreckigen Chucks und den klobigen gelben Winterschuhen wiederkam, verabschiedeten wir uns und ich konnte mit der untergehenden Sonne im Rücken endlich nach Mittweida aufbrechen.

3. Wenn du nur etwas mehr Eier in der Hose hättest, in welcher Situation hättest du anders reagiert? Bzw. warst du in einer Situation in letzter Zeit mal nicht selbstbewusst genug, etwas zu sagen oder zu tun?

Diese Frage kommt mir ein bisschen so vor wie die kleine, auf die jüngste Vergangenheit bezogene Version von „Bereust du etwas in deinem Leben?“.  Könntet ihr mich sehen, würdet ihr beobachten können, wie ich mit ausdruckslosem Gesicht an die weiße Wand starre. Öhmmmm…ähhmmm…mehr Eier…mmmhh Eier…Spiegelei…lecker. Ich bin weiß Gott niemand, der immer selbstbewusst genug ist und jede Situation cool und souverän löst. Aber mir fällt auch jetzt keine nette Anekdote meines eiertechnischen Versagens ein. Oh, vielleicht eine Sache. Ich hätte gerne den einen Kinoticket Verkäufer in Berlin angesprochen, mich aber natürlich nicht getraut.

4. Wenn du für nur einen Tag das andere Geschlecht hättest, was meinst du, würde dich direkt nerven? (Als Typ zum Beispiel die Regel)

An biologischen und anatomischen Verpflichtungen des Mann-Seins würde mich nur der Stimmbruch nerven. Ich habe keine Ahnung wie sich das anfühlt, aber ich stelle mir vor, weniger Kontrolle über die eigene Stimme zu haben., was eine ziemlich nervige Angelegenheit wäre.

5. Schreibe den schlechtesten Witz aller Zeiten nieder und sei dabei nackt! (im ernst, ich kontrolliere das)

Also. Haltet euch fest, jetzt kommt ein echter Knaller. Also. Ähm. Kommt ein Mann in eine…nee, kommt ein Pfernd in eine Bar. Nee anders. Kommt ein Mann, ein Pferd, ein Schotte und ein Chinese in eine Bar. Also der erste Mann ist Deutscher, das hatte ich vergessen zu sagen. Also nochmal. Kommt ein Deutscher, ein Schotte, ein Chinese und ein Pfernd in eine Bar.  Dreht sich der Barkeeper um und fragt: „Was ist das? Soll das ein Witz sein?“

6. Welche Internetseite besuchst du regelmäßig und warum hat sie einen besonderen Mehrwert für dich? Eine Seite, die vll noch nicht jeder kennt wäre super.

Ihr kennt das sicherlich auch. Man guckt einen Film oder eine Serie und es passiert irgendetwas, was man so schon 1000 Mal gesehen hat. Zum Beispiel ein Paar sucht eine Namme für ihr Neugeborenes Kind. Und dann folgt eine Montage von verschiedenen unpassenden Nannys. Und die Kamera hält auf die ausdruckslosen und erschöpften Gesichter der Eltern darauf. TVTropes.org ist eine Art Wiki, die all diese Versatzstücke aus Filmen, Serien, Videospielen, Büchern etc. sammelt und mit Beispielen unterlegt. Da schlag ich öfter nach, wenn mir so etwas auffällt oder ich mich über die ganzen Tropes amüsieren will.

7. Wenn du bei Facebook wirklich nur die Leute als Freunde hättest, die dir auch beim Umzug von der 4. in die 6. Etage ohne Aufzug inklusive Kühlschrank, Waschmaschine und Geschirrspüler helfen würden, wie viele Facebook-Freunde hättest du dann noch?

Kühlschrank, Waschmaschine und Geschirrspüler! Wann das die Kriterien sind, nach denen ich Freunde bei Facebook aussortieren müsste, müsste ich mich zuerst selbst löschen. Ich würde es nicht im Leben schaffen irgendetwas davon auch nur einen Zentimeter zu verrücken. Viele andere Freunde sind zwar stärker als ich, aber zuzumuten ist das kaum jemandem.  Aber abgesehen von der Fähigkeit besagte Dinge zwei Etagen höher zu tragen, blieben in der Kategorie Wille sicherlich genug Leute übrig. Eine Feldstudie dieser Frage wird spätestens nächstes Jahr stattfinden müssen. SAVE THE DATE!

8. Sollte dies dein erster Blogeintrag sein, warum hast du nicht vorher damit angefangen? Meinst du, du wirst nach diesem noch weitere Einträge schreiben? Sollte das nicht dein erster Blogeintrag sein, erzähle einfach noch einen Witz.

Was ist der unterschied zwischen einem Kamel und einer Klobürste?

.

.

.

.

Das Kamel scheißt in die Wünste und die Klobürste wüstet in der Scheiße.

9. Von welchem Menschen würdest du dir wünschen, dass er einen Blog anfängt?

Das Blogstöckchen von so vielen Leuten zu lesen, hat schon echt Spaß gemacht. Gerne mehr von Markus und Tina, als Nie- und Seltenblogger.

10. Welche Person, die du nur aus dem Netz kennst, hat dich in irgendeiner Form positiv beeinflusst? Würdest du sie gern mal kennenlernen wollen?

Holgi und Tim unterhalten mit regelmäßig in ihrem NSFW-Podcast, zeigen mit Memes, Quatsch aus dem Internet und klären mich über albernen Hokuspokus Esoterik-Kram auf. Einer der wenigen Blogs, die ich lese, ist Hermsfarm, der mich immer bestens unterhält und  mich vielleicht dazu inspiriert, irgendwann eine eigene Stimme zu finden. Im Sinne von, einen eigenen Schreibstil.  Aber um es mit Troys Worten zu sagen: „You can’t disappont a picture!“ (respektive Blog und Podccast). Deswegen will ich die Leute vielleicht gar nicht treffen.

Troy

Da ich ja schon dran war mit einem Blogstöckchen werde ich diesen Flussarm an dieser Stelle austrocknen lassen. Außerdem wüsste ich nicht, an wen ich den Stab weitergeben könnte. Jetzt höre ich auch sofort mit diesem Eintrag auf, da mich dieses .gif gerade unglaublich irre im Kopf macht.

Advertisements

Memes, fliegende Autos und drei gifs zum Preis von einem im Blogstöckchen

Ein bisschen ist es ja wie ins Poesiealbum schreiben, nur dass hier nicht nach Hobby, Lieblingslehrer und Foto gefragt wird. Mir wurde von Mmepassepartout ein Blogstöckchen (am I doing this right?) gegeben und nun ist es an mir, ihre Fragen zu beantworten und im Anschluss den kleinen Fragebogen an andere Blogger weiterzureichen. Ein Blog-Kettenbrief ohne Todesdrohung quasi. Gefällt mir irgendwie. Dann mal los:

1. Welches ist dein LieblinsGIF?

Meine Lieblinsgifs stehen größtenteils im Zusammenhang von TV und Film (wenn ich mir meine Tumblr Like-Liste so angucke). Ich glaube ich kann mich nicht auf eins einigen. Deswegen präsentiere ich meine Top 3 der .gifs, an die ich mich spontan erinnern kann. Aber das ist ja auch was Gutes, gewissermaßen drei GIFs zum Preis von Einem.

Nr. 1

Annie Smashing

Nr. 2

Fucked up

Nr. 3

Okay, okay das ist kein .gif, aber Cookies und Moriarty kann ja nichts Schlechtes sein.

Moriarty eats a cookie

2. Was war der letzte Film, Song und/ oder das letzte Buch, das du online gesehen, gehört oder gelesen hast?

Der letzte Film war Carrie. Ich war heute in der Pressevorführung und bin froh, dafür kein Geld ausgegeben zu haben. Den Film kann man gut mit dem semi-cleveren Wortspiel Carrie-cature umschreiben. Aber dazu später vielleicht mehr auf meinem Blog. Der letzte Song war wahrscheinlich irgendein belangloser auf Radio eins. Deswegen muss ich mal in meinem Gehirn kramen (lies: Spotify befragen), was der letzte aktiv gehörte Song war….R U Mine vom neuen Album der Arctic Monkeys. Ich glaube sie haben es tatsächlich wieder geschafft ein gutes Album zu produzieren. Favourite Worst Nightmare war meiner Meinung nach das letzte gute (ja, das war das Zweite). Das letzte Buch habe ich im Bücherregal meiner Cousine gefunden: Gut gegen Nordwind. Ziemlich bekanntes Buch von Daniel Glattauer über eine zufällige E-Mail Bekanntschaft, aus der sich nach und nach eine einzigartige Beziehung entwickelt, von der beide Protagonisten nicht wirklich wissen, was sie bedeutet. Der Roman besteht nur aus den E-Mails, mehr nicht. Liest sich schnell weg und ist toll und realistisch geschrieben.

3. Welche Band würdest du mir empfehlen?

Ich empfehle die Band Foxygen. Wenn man die Jungs sieht, glaubt man eigentlich nicht, dass dabei so eine Musik herauskommen kann. Sie spielen irgendwie ziemlich psychedelischen 60s Indie-Rock mit häufigem Rhytmuswechsel mitten im Song.  Passend dazu der Albumtitel We Are the 21st Century Ambassadors of Peace & Magic. Trotzdem sind alles Songs recht eingängig und lassen bei mir im Kopf immer parallel Fantasiemusikvideos ablaufen. Anspieltipp:

4. Du musst auf eine Insel umziehen und darfst nur ein einziges Internet-fähiges Gerät mitnehmen. Welches wäre das?

Okay. Ist diese Insel einsam oder kann sie auch Rügen oder Hawaii sein? Gibt es Strom? Sind dort Eisbären und unterirdische Stationen mit Knöpfen, die man drücken muss, damit die Welt nicht untergeht? In diesem Fall sollte ich vielleicht ein mobiles Internetfähiges Gerät mitnehmen, mit großer Akkuleistung und einem komfortablen Display. Ich glaube es scheint aufs Ipad hinauszulaufen. Oder gibt es schon ein Tablet mit Solarzelle?

5. Welches Meme hättest du gern erfunden?

Ich würde gerne mal ein Twitter-Meme erfinden bzw. hätte gerne eins erfunden. Ich liebe #bierfilme („Das Fenster zum Hofbräuhaus“), #FriedrichFilme („Interception“, „Spiel mir das *piep* vom *tuut*“), #GentlerHorrorFilms („Snacks on a plane“), #AddaWordRuinaMovie („Lord of the nipple rings“). Manchmal hashtaggen Freunde Tweets mit #juleweisheiten, wenn ich was dummes gesagt habe, aber ich glaube das zählt nicht.

6. Wie viel Zeit gibst du Facebook noch, bis der Hype abflaut?

Bis die Schere im Kopf der Leute zu groß wird und sie sich jedes Mal fragen müssen, ob sie dieses ohne jenes wirklich posten sollten, auch wenn es irrational ist. Die Inception ist geschehen. Denn nächste Woche müssen die gleichen Leute vielleicht die EU verlassen und daher haben sie Angst nicht aus- oder einreisen zu dürfen, weil sie auf Twitter einen schlechten Witz über das Bestimmungsland gemacht haben.  Facebook kann da in erster Linie gar nichts dafür, sondern die Geheimdienste, aber sei’s drum. Wenn sich solche Einzelfälle häufen wird der Facebook-Hype abflauen. Merkel will ja schließlich auch nicht, dass jemand in ihr Handy guckt.

7. Der beste Tumblr für die nächsten 5 Minuten?

http://nerdyfacts.tumblr.com/

8. Woher nimmst du deine Inspiration zum Bloggen?

Aus den Filmen und Serien, die ich gucke. Aus meiner Twitter-Timeline, von Facebook und Tumblr. Aus den entlegendsten Ecken des Internets. Die Popkultur, die mich umgibt und über die ich auch schreiben will. Damit füttere ich allerdings nur mein Unterbewusstsein.  Das bäckt sich dann irgendwas zusammen und die „Erleuchtung“ bzw. das Inspirations-Brot (manchmal ist es auch Toast) kommt dann meistens in der U-Bahn, kurz vorm Einschlafen und während ich irgendwo in laufen muss.

9. Wie stellst du dir die Zukunft vor?

Die Zukunft? Die große, unbestimmte Zukunft? Oder meine Zukunft? Über meine Zukunft möchte ich mir gerade keine Gedanken machen. Ich werde mein Studium beenden, zwischendurch hoffentlich noch einige Zeit im Ausland verbringen und dann irgendeinen Job finden, der mich erfüllt. Pretty standard stuff. Aber DIE Zukunft ist viel interessanter. “Do you mean flying cars? Hotels on the moon?”. Bestenfalls ist die Zukunft genau das. Fliegende Autos und Hotels auf dem Mond. Alle cooles Sachen aus alles Science-Fiction Büchern und Filmen zusammen genommen. Manchmal ärger ich mich, dass ich nie so lange leben werde, dass ich das noch miterlebe. Dass ich das Voranschreiten der Wissenschaft nicht mehr ewig miterlebe; Zeitmaschinen, Jetpacks, Moster-aus-Bauch-Herausoperierer à la Prometheus, 3D ohne Brillen. Für’s erste würde mir aber schon reichen, endlich die 10er Jahre zu verlassen, damit man endlich wieder von Zwanziger, Sechziger oder Achziger Jahren sprechen kann. Zehner Jahre klingt echt blöd.

10. Welche Frage hätte ich besser stellen sollen?

Warum liegt hier eigentlich Stroh rum?

Nun denn. Nun muss ich dsa Blogstöckchen an andere Blogger weitergeben. Da ich als frische Bloggerin kaum jemanden mit Blog kenne, wird diesen wenigen Leuten nun die Aufgabe zu Teil meine Fragen zu beantworten. Das anonyme Lottoverfahren haben Caileala, Der Tiede und Smoitzheim gewonnen. Macht was draus oder nicht. Es gibt ja hier keine Todesdrohungen.

1. Wie fühlst du dich beim Schreiben?

2. Welcher Film und/oder Filmfigur versteht dich wie kein anderer?

3. Welche Serie hat dich in deiner Kindheit, teenagerzeit und Jetztzeit am meisten geprägt.

4. Was siehst du, wenn du aus dem Fenster guckst?

5. Wie lange musstest du überlegen, bei diesem „Quatsch“ mitzumachen?

6. Das letzte Buch, das du nicht mehr aus der Hand legen konntest?

7. Welche Tabs hast du gerade noch offen?

8. Pitch mir eine Serienidee!

9. Das Leben welches Menschen sollte verfilmt werden?

10. Warum liegt hier eigentlich Stroh rum?

Lost in Translation & Sinnlichkeit

„Was ist dein Lieblingsfilm?“ Diese Frage wurde mir schon öfter gestellt. Und an dieser Stelle könnte ich so tun als wäre ich vollkommen überrumpelt, ob der schieren  Frechheit der Frage. Ich könnte anworten „Oh, soooo viele. Es wechselt auch immer, da kann ich mich gar nicht auf nur einen festlegen!“ Oder ich nenne die Antwort, die mir eigentlich auf der Zunge liegt. Die Antwort, die ich irgendwie fühle. Und weil das ein Blog über Filme ist, nehme ich mir auch die Freiheit das Filmegucken zu romantisieren, so viel und so sehr ich will. Der Film, den ich an der Stelle eigentlich wie aus der Pistole geschossen nennen müsste, ist Lost In Translation.

An diese Antwort sollte sich dann die Frage nach dem Warum? anschließen. Und das Fühlen spielt dabei eine sehr große Rolle (Ich empfehle während des Lesens More Than This von Roxy Music laufen zu lassen).

Sofia Coppola spannt in ihrem Film eine unglaublich dichte Atmosphäre um Charlotte und Bobs Abstecher in die japanische Hauptstadt. Bilder der Stadt sind entweder laut, bunt und ein bisschen befremdlich. Oder erschreckend ruhig, weit und anonym, sodass die Protagonisten genauso gut schwerelos im Weltall sein könnten. Um zu beschreiben, was ich an Lost in Translation am faszinierendsten finde, brauche ich kaum auf die Handlung eingehen, denn die spielt sich sowieso viel in den Gefühlswelten von Charlotte und Bob ab. Ich kann die Verlorenheit und Enttäuschung Charlottes regelrecht fühlen. Und dazu bedarf es nur eines Bildes von ihr, wie sie am riesigen Panoramafenster in ihrem Hotelzimmer sitzt und auf die graue Stadt hinausblickt. Gleichzeitig zieht mich der Film nie runter, hat sogar etwas von einer Wolldecke die ich mir umlegen kann. Nur dass die Wolldecke eine DVD ist ist und umlegen für in-den-Player-schieben steht.

© Highlight/Constantin

© Highlight/Constantin

Lost In Translation ist ein Ausschnitt aus dem Leben völlig unterschiedlicher Menschen, die durch die äußeren Umstände auf eine Art zueinander finden, wie es im normalen Leben nie passiert wäre. Und jede Szene entspricht durch und durch dieser Haltung und macht aus dem Alltäglichen etwas Besonderes. Charlottes Tokio ist das Tokio der Ikebana Kurse und ruhigen Tempel. Bob dagegen bekommt das grelle und bunte Tokio serviert: Fernsehshows, Werbespots, „lip my stocking“. Wenn beide dagegen zusammen unterwegs sind verliert das Grelle, Bunte (Spielhalle) und das Ruhige (Krankenhaus) plötzlich seine Schwere und verwandelt sich in etwas Leichtes.
Es sind eben die Adjektive, die für mich den Film zu etwas Besonderem machen. Kurz danach kommen erst die Verben.

Inside Llewyn Davis – Kritik

Die Coen-Brüder kehren nach ihrem letzten Film, A Serious Man (2009) mit einem Film über Folkmusik-Szene in den endenden 60er Jahren zurück. Erste Trailer zeigten den Titelhelden Llewyn Davis durch New Yorker Straßen wandern, immer eine orange getigerte Katze auf dem Arm. Katzen? Folkmusic? Coen-Brüder? Yes please! So gesehen war meine Vorfreude auf  Inside Llewyn Davis auch riesig. Er ist für einen Film, der im Kern eine ziemlich traurige Geschichte erzählt, unglaublich lustig, besitzt eine ganze Reihe von zitierbaren One-Linern und einen Cast, der die knapp 2 Stunden wie im Fluge vergehn lässt. Aber der Reihe nach.

Hold me fast, ‚cos I’m a hopeless wanderer

Oscar Issac spielt den erfolglosen Folk-Musiker Llewyn Davis, der Ende der 60er Jahre sein Dasein als Zwischen-Act im New Yorker Gaslight Café fristet. Ständig in Geldnot schläft er jede Nacht auf einem anderen Sofa – bei Bekannten, Freunden oder Famillie – um nicht unter einer Brücke leben zu müssen. Seine Schwester Joy (Jeanine Serralles) ist genervt, dass er sein Leben nicht auf die Reihe bekommt und  Jean (Carey Mulligan) erwartet ein ungewolltes Kind von ihm, das aus einem One-Night-Stand entstanden ist. Es ist nicht das Leben, was sich Llewyn erträumt hat. Das Leben, was er als wahres Leben betrachtet.  Er ist zu idealistisch, um das „normale“ Leben mit einem „normalen“ Job als erstrebenswert abzu sehen. Und mit seiner immer wieder aufbrausenden Fuck-You-Attitüde stößt Llewyn selten auf Gegenliebe.  Also wandert er ziellos durch New York, nimmt jede noch so kleine Chance wahr, seinen Traum von der Musik leben zu können, zu verwirklichen und landet am Ende doch wieder da, wo er begonnen hat.

Inside Llewyn Davis © StudioCanal

If it’s never new and it doesn’t get old, it’s a folk song

Das Dilemma, in dem Llewyn steckt, hat nichts mit der Qualität seiner Musik zu tun. Die Folk-Szene 1969 wird von der damaligen Plattenindustrie schlicht und einfach nicht ernst genommen. Dieses Gefühl der Ablehnung schlägt Llewyn Davis entgegen, wohin er auch kommt. Auf dem Weg nach Chicago in einem Auto mit John Goodmans Roland Turner, im Chicagoer Gate of Horn Nachtlub und von seinem eigenen Manager. Und selbst als Zuschauer fand ich mich immer wieder über die unfreiwillig komischen Folk-Gestalten schmunzeln und lachen. Die Belustigung hält jedoch nur solange an bis die Musik einsetzt. Denn die ist fantastisch. Sogar die Played-For-Laughs-Nummer Please Mr. Kennedy interpretiert von Oscar Isaac, Adam Driver und Justin Timberlake ist toll und verdammt eingängig.

Marcus Mumford hat bei Inside Llewyn Davis als Music Supervisor fungiert und arrangierte zusammen mit T-Bone Burnett die Traditionals, Blues- und Folk-Nummern.  Gäbe es eine Oscar-Kategorie Best Adapted Song, stünde Hang me, oh hang me, If We Had Wings oder Fare Thee Well sicher auf der Nominiertenliste. Die Hoffnungen liegen nun auf den Grammys.

Hang me, oh hang me in einer Version von J.B. Berverly:

Inside Llewyn Davis ist keine Spielfilmversion von Searching For Sugarman, keine Rags-To-Riches-Story und erst recht kein Fake-Biopic.  Joel Coen und Ethan Coen erzählen sehr zurückgenommen und ohne jeglichen Pathos und Meta-Aussagen über das Leben eine Geschichte, in der der Held am Ende wieder dort ankommt wo er angefangen hat. Oscar Issacs Llewyn Davis erträgt sein Schicksal und die Schrullen seiner Mitmenschen mit ausdrucksloser Trockenheit, die einen Großteil des Humors ausmacht. Sein inneres Augenrollen kann man sich immer dazu denken. Überhaupt ist Inside Llewyn Davis mitnichten ein ernster Film. Ernsthaft in den Gefühlen seiner Charaktere und Schicksalsschläge, aber nie deprimierend. Der Humor entsteht aus den pointierten Dialogen, die mindesten so zitierbar sind wie in The Big Lebowski und den stellenweise karikaturesken Charakteren.

Als Llewyn dem grummeligen Rücksitz-Passagier Roland Turner vom Selbstmord seines Musik-Partners Mike erzählt, kommentiert dieser in belehrenden Worten:

„George-Washington-Bridge? You throw yourself off the Brooklyn-Bridge…traditionally! George-Washington-Bridge, who does that?“

An einer anderen Stelle fragt Jean ernsthaft besorgt:

„Do you ever think about the future at all?”

Worauf Llewyn antwortet:

„Do you mean flying cars? Hotels on the moon?“

Niemand nimmt Llewyn ernst, warum sollte er dann irgendjemanden ernst nehmen. Hinter Llewyns großem Idealismus steckt auch eine große Portion Desillusion – von seinen Freunden, seiner Familie und vom Leben. Der Kreis schließt sich am Ende als hoffnungsloses Déjà-vu. Da passt es auch, dass uns Llewyn Davis mit einem einfachen, französischen Au revoir in die Credits entlässt.

Inside Llewyn Davis ist ein wunderbarer Film für alle Musikliebhaber, Freunde guter Drehbücher und Fans der Coen Brüder, John Goodman, Carey Mulligan und der Serie Girls (wegen Adam Driver und Alex Karpovsky). Die Coens werfen wieder viele Zutaten, wie Comedy, Drama, Film-Noir, in den Mixer und schaffen ein Werk, was sich sehr gut ein zweites, drittes und n-tes Mal gucken lässt.

 Inside Llewyn Davis kommt am 20. Dezember 2013 in die Kinos. Der Soundtrack wird am 08. Novermeber 2013 erscheinen.

P. S. Der Name der Katze ist Ulysses. Ulysses!

About me

Warum zur Hölle noch ein Blog über Filme?

Ich spiele schon seit längerem mit dem Gedanken ein Blog zu schreiben. Allerdings mangelte es mir immer an Motivation. Ich war noch nie der Typ, der irgendwas nur für sich tat. Nur wenn jemand beginnt, mir fürs Schreiben Geld zu geben, mir Geld für Nicht-Schreiben wegnimmt oder oder auf andere Weise versucht, den Uses-and-Gratification-Ansatz an mir zu erforschen, funktioniert das ganz gut. Was verspreche ich mir also für einen Nutzen und eine Belohnung von diesem Blog? In erster Linie will ich einfach das weiter verfolgen, was mir im Redaktionspraktikum bei moviepilot so viel Spaß gemacht hat – über Film und TV schreiben. Ich schlag mir sowieso schon de ganze Nacht mit Serien und Filmen um die Ohren, warum soll dabei nicht mehr herumkommen als viereckige Augen und verpasste Vorlesungen am Morgen? Vielleicht interessiert das ja den einen oder die andere?

Wenn wir das Warum? geklärt hätten, würde ich zum Wer überhaupt? kommen.

Wer bin ich überhaupt?

Ich bin Juliane und stehe derzeit an der Schwelle zum berüchtigten Ernst des Lebens. Mein Bachelorstudium in Medienmanagement ist abgeschlossen (Yay!) und das Ende meines Masterstudium in Information and Communication Science ist in drei-semestiger Sichtweite (Überschreitung der Regelstudienzeit nicht eingeschlossen). Soweit die hard facts. Nun noch schnell eine Aufzählung von Filmen und Serien, die ich sehr mag (das kann natürlich gar keine definitive Liste sein). Ich vermeide mit Absicht ein Lieblings- davorzusetzen.

Filme: Lost in Translation, Eternal Sunshine of the spotless mind, Lord of the Rings-Trilogie, Ed Wood, Singin‘ in the rain, Frost/Nixon, Moon, Living in Oblivion und viele, die ich jetzt vergessen habe

Serien: Lost, Community, Sherlock, Girls, Louie, Breaking Bad, Gilmore Girls, Masters of Sex, New Girl, und wieder viele, viele mehr

Und worüber schreibt ich jetzt genau?

Ich habe vor über Popkultur zu schreiben. Mehr an Konzept steht bisher noch nicht. Wer weiß, vielleicht verfliegt die Motivation auch genau so schnell wie sie gekommen ist. „I’m soooo changable!“ – Moriarty, Sherlock.